Feeds:
Beiträge
Kommentare

Es ist so weit, die Sommeruni geht in ihre praktische Phase. Zunächst wurden am Vormittag die verschiedenen Workshops vorgestellt. Zu sagen wäre, dass es zwei Spot-Gruppen geben wird, die sich über eine Woche an die Konzeption und Umsetzung von qualitativ hochwertigen Spots machen. Daneben gibt es noch die Gruppe Viral-Spot, die in den ersten zwei Tagen schnellere und spontanere Ideen umsetzen wird. Geleitet wird letztere Gruppe vom chilenischen Kameramann und Regisseur Eduardo Saavedra. Eine weitere Gruppe wird sich der Kommunikation von Nachhaltigkeit mittels des Web 2.0 annehmen und nicht zu vergessen die Radiowerkstatt, die an entsprechenden Audio-Formaten arbeiten wird. Wie kaum anders zu erwarten, waren die meisten der Teilnehmer an den Spot-Gruppen interessiert und meldeten sich dafür.

Zwischendurch wurden die Entwürfe zu den Geschichten der einzelnen Gruppen vorgestellt – in wenigen Tagen werden erste Veröffentlichungen hier folgen. Im Wesentlichen wurden grösstenteils positive Visionen geschaffen, die beim Vortrag oft ein ein Schmunzeln auslösten.

Zum Ende des Tages wurden erste Spot-Ideen über die bisherigen Tags vom Ideen-Parkplatz entwickelt – es zeigte sich, dass grosses Potential besteht und schon jetzt entstand sehr gutes Kopfkino. Danach begann das Wochenende.

Der Sonntag, eigentlich Tag des Müssiggangs, wurde allerdings nicht in Hängematten oder am See verbracht, sondern für eine Fortbildung der besonderen Art genutzt. Die Teilnehmer besuchten das unweit gelegen Dorf Gessin, das 2007 als bundesweites vorbildliches Nachbarschaftsprojekt im Bereich „familienfreundlich“ ausgezeichnet wurde. Die dortigen Bewohner beweisen, dass es lediglich etwas Mut und Visionen braucht, um in dieser strukturschwachen Region eine Dorfgemeinschaft wieder aufleben zu lassen.

Buchempfehlung des Tages:

Baker, Susan, Maria Kousis, Dick Richardson & Stephen Young: The politics of sustainable development. 1997 London.


Advertisements

Was ist eigentlich Web 2.0 und wie lässt sich das Internet als Kommunikations-, Wissens- und Kampagnenmedium für Nachhaltigkeitsthemen nutzen? Auskunft darüber gab Sebastian Backhaus der zu einem der bekanntesten Nachhaltigkeitsbloggern in Deutschland zählt. Er referierte über Schwarmintelligenz, Blogs, soziale Netzwerke und Aktionsplattformen im Netz(z.B. Amazee oder green action). Am Nachmittag sprach Ephraim Broschkowski, Dipl. Medienberater, über Spots zum Thema Nachhaltigkeit und Klimawandel. An diversen Beispielen zeigte die Möglichkeiten des Genres auf und diskutierte anschliessend mit den Teilnehmern über die einzelnen Filme. Danach wurde an den Szenarien weiter gearbeitet. Die Ergebnisse dazu scheinen sehr vielversrechend zu werden – man darf gespannt sein.

Buchempfehlung des Tages:

Worldwatch Institute[Hrsg.]: Zur Lage der Welt 2010. München 2010.

Lloyd, Saci: Euer schönes Leben kotzt mich an. Würzburg 2009. Umweltjugendroman.

Fridjoff Bermann: Neustrukturierung von Arbeit oder so

Eure Welt kotzt mich an (Jugendbuch)

Ein weiterer Tag an reichhaltigen Informationen und Diskussionen. Der Tag begann wo er gestern endete. Prof. Dr. Clemens Schwender schloss an seinen Vortrag vom Vortag an und gab eine Einführung in Medientheorie und die visuelle/akustische Wahrnehmung. An Hand der Analyse von unterschiedlichsten Werbespots verdeutlichte er, welche unterschiedlichen Mittel Filmemachern zur Verfügung stehen und wie es gelingt unterschiedliche Gefühle bei den Zuschauern anzusprechen. Dabei ging er vor allem auf die Rolle von Schnitt, Einstellungen und den Ton ein. Dieser Spot kann als ein Beispiel dienen – einfach einmal wirken lassen.

Am Nachmittag wurde weiter an den Szenarien gearbeitet, die Geschichten verdichteten sich weiter. Daraufhin gab es noch einen Vortrag zur Studie „Zukunftsfähiges Deutschland“ von Frau Anette Berger, Evangelische Akademie Wittenberg/DED. Der Raum der Sommeruni nimmt immer mehr an Gestalt an und gleicht einem Farbenmeer.

Der Vormittag des heutigen Tages wurde erneut für die Szenarienarbeit verwendet. Die gestrigen Ansätze wurden aufgegriffen. Ziel war es mittels der gestern ermittelten Faktoren Extrem-Szenarien zu kreieren und sich so der Spannbreite der Möglichkeiten, Risiken und Chancen bewusst zu werden. Ein Atommülllager im Vorgarten, Abwanderungswellen der Europäer nach Afrika auf Grund eines schwächelnden Golfstromes, Öko-Diktatur, aber auch 100% erneuerbare Energien und Leben in grossen Gemeinschaften – schlimmster Schrecken und schönster Traum so nah. Die Gruppen konzentrierten sich anschliessend mit dem Wissen um die Alternativen auf die gestellte Aufgabe einen Tagesablauf in 2040 zu schildern. Charaktere mussten festgelegt werden, ein Ort gefunden und vor allem sämtliche zuvor angesprochenen Rahmenbedingungen mit Inhalten befüllt werden. Und dies alles in Gruppenarbeit – Zeit für Ansagen, Durchboxen, aber auch Kompromisse.

Die Arbeit dauerte den ganzen Vormittag an, die Gruppen arbeiteten konzentriert und mit viel Kreativität. Am Nachmittag folgte ein Vortrag von Herrn Prof. Dr. Ing. Fischedick, Vizepräsidenten des Wuppertal Instituts, zum Thema der Szenarienmethode und der Anwendung in der Praxis. Sein wirklich interessanter und selbst erklärender Vortrag findet sich als PowerPoint-Präsentation hier angeführt. Szenarien and Introduction_MF_2010 Erwähnt muss wohl werden, dass der Vortrag via Skype gehalten wurde. Die Sommeruni beweist damit, dass Dozenten für ein Termin von zwei Stunden nicht durch halb Deutschland fahren müssen und schont damit ihr CO2-Konto. Ton und Bild waren sehr gut und selbst die anschliessende Diskussion bereitete keine Probleme.

Für einen abendfüllenden Abschlussvortrag sorgte Prof. Dr. Clemens Schwender von der University of Managment and Communication Potsdam. Er referierte zur Medialisierung von Nachhaltigkeit und zeigte, dass Nachhaltigkeit kein eigenes Thema ist, sondern eine bestimmte Art, die Dinge zu sehen. Nachhaltigkeit lässt sich in jeglichen Formaten integrieren solange die Erwartungskonformität der Zuschauer bewahrt bleibt. Er widerlegte damit das langjährige Vorurteil, dass Nachhaltigkeit schwer zu kommunizieren sei. Das Schlüsselwort ist Ecotainment, das mit positiven Symbolen und Emotionen arbeitet und den Zuschauer persönlich anzusprechen sucht.

Buchempfehlungen des Tages:

Bechtloff, Dieter[Hrsg.]: Kunstforum International. Existenz am Limit. Kunst und Klimawandel. Ruppichteroth 2009.

Menzel, Peter: Material World. A Global Family Portrait. San Francisco 1994.

Schwender, Clemens, Werner F. Schulz & Martin Kreeb: Medialisierung der Nachhaltigkeit. 2008.

Auf dem Programm steht ein Szenarienspiel. Da die Bilder für die Zukunft kaum existieren oder sich durch Hollywood lediglich düsterste Dystropien a la Mad Max in den Köpfen verfestigt haben, soll diese Methode genutzt werden, um den Teilnehmern einen Zugang zu Visionen zukünftiger Lebensweisen zu eröffnen. Ziel ist es dabei eine Geschichte entstehen zu lassen, die den Tagesablauf einer Person in 2040 schildert. Durch die Beschreibung des Alltäglichen werden die Wegbarkeiten der Zukunft erahnbar und in eine unmittelbare Betroffenheit übersetzt. Die Erarbeitung einer solchen narrativen Schilderung ist zum Teil mühselig und verlangt einige Entscheidungen.

Um sich Schritt für Schritt der Geschichte anzunähern, sollten die Teilnehmer zunächst nach GIVEN, stabile Entwicklungsfaktoren, als auch nach DRIVERN, veränderbaren Variablen suchen, die Einfluss auf die zukünftige Entwicklung haben. Dazu wurden drei Gruppen gebildet, die sich darauf hin zurückzogen und und intensiv über Strukturelemente der Lebenswelt diskutierten. Zusammengefasst ergaben sich u.a. die folgenden Faktoren: Klima, Arbeit, Wohnen, Ernährung, Energie, Transport, Infrastruktur, Gesundheit, Biodiversität und Versorgung. In einem nächsten Schritt sollten diese Faktoren nun mit Inhalten befüllt werden, wobei sich zeigte, dass dies vielfältig geschehen kann. Eine Erhöhung der Temperatur um mehr als 2 Grad Celsius wurde allerdings verworfen, da sich daraus offenkundig nur apokalyptische Szenarien ableiten lassen. Bei der Präsentation der Faktoren ergab sich ein recht reges Gespräch über die einzelnen Faktoren, da zum Teil unterschiedliche Herangehensweisen gewählt wurden und einige Gruppen sich bereits in konkrete Szenarien hineindachten.

Den Hintergedanke dieses Suchprozesses bildet die Idee, dass die Gefahren der Gegenwart sich nicht ohne Weiteres ergeben, sondern aus tagtäglichen gesellschaftlichen Entscheidungen resultieren. Die momentane Situation kann dabei als ein Zustand betrachtet werden, der sich so über Jahrhunderte herausgebildet hat und auf Entscheidungen früherer Generationen fusst. Vor dem Hintergedanken, dass unsere Handlungen und Entscheidungen die gegenwärtigen Gefahren erzeugt haben, kann man den Moment der Entscheidung allerdings auch als ein Potential für Lösungen begreifen. Wir stehen ständig vor der Wahl von Handlungsalternativen – oft zieht eine Entscheidung eine weitere nach sich und man steckt in einer lock-in-Situation, die nur mit grossen Anstrengungen abgeändert werden kann. Die Arbeit mit der Szenarien verfolgt nicht die Absicht Prognosen für eine zukünftige Entwicklung abzugeben, sondern sich viel mehr der Gemachtheit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zuverdeutlichen.

Zum Ende des Tages gab es eine farbige gruppendynamische Übung, angeleitet durch die Künstlerin Frau Birgit Wette. Leitthema dabei war das Thema Gerechtigkeit im weitesten Sinne – beispielsweise Gerechtigkeit im Bezug auf die Farbverteilung, den Respekt und die Wahrnehmung der einzelnen Gruppenmitglieder, ihrer Handlungen und Farbaufträge. Die folgenden Bilder geben einen kleinen Eindruck wie so etwas aussehen kann.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Im nachgestellten Interview mit Frau Wette kann das Konzept und ihre Sicht auf den Workshop noch einmal in den nächsten Tagen nachgehört werden. Im Ganzen ein gelungener Tag.

Buchempfehlungen des Tages:

Beck, Ulrich: Weltrisikogesellschaft. Frankfurt am Main 2007.

Gruber-Manningel, Jutta, Thomas Pythel & Kathrin Wiener:„… uuund Action.!“ Medienorientierte Umweltkommunikation für Kinder und Jugendliche. München 2010.

Latif, Mojib: Bringe wir das Klima aus dem Takt.Frankfurt am Main 2007.

Leggewie, Claus & Harald Welzer: Das Ende der Welt, wie wir sie kannten. Frankfurt am Main 2009.

Ott, Hermann E.: Wege aus der Klimafalle. München 2008.

Stern, Nicholas: Der Globale Deal. München 2009.

Welzer, Harald: Klimafalle. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird. Frankfurt am Main 2009.


Zum zweiten Mal begann gestern die internationale Sommeruniversität „Audiovisuelle Kommunikation Erneuerbarer Energien, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit“ des KMGNE. Der Titel ist vielversprechend aufgeladen und strotz nur so vor Interdisziplinarität und Kreativität – eine Einladung für Querdenker und Weltverbesserer, die mit Kamera, Mikro und dem Internet gegen den Klimawandel und für Nachhaltigkeit eintreten wollen. In den beiden kommenden Wochen soll den Teilnehmern Gestaltungskompetenz im Umgang mit Medien vermittelt werden, um die Potentiale der Formate für ihre Arbeit in Initiativen als auch Beruf und Privatleben zu nutzen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Bei der Vorstellung der Teilnehmer und ersten Diskussionen wurde bereits deutlich, dass diese aus den unterschiedlichsten Bereichen stammen und so, obwohl im Konsens für eine bessere Welt engagiert, trotzdem verschiedenster Meinungen sein können. Grundsätzlich scheint es wohl keine günstigeren Voraussetzungen für das Gelingen der Sommeruniversität zu geben. Von Filmemachern, Philosophen, Entwicklungsarbeitern, Autoren bis hin zu Personen aus dem Bereich erneuerbarer Energien sind verschiedenste Charaktere aber auch Altersgruppen vertreten. Die Liste der persönlichen Buchempfehlungen lässt erahnen, wer alles dabei ist und wovon er/sie beeinflusst wurde/n. Kant, Kerkeling, Fromm, Böll, Hesse, Schlink, Meadows sind nur ein kleiner Auszug der Namen, sagen aber doch einiges. Beeindruckend schien vor allem das Buch „Warum ist Landschaft schön?“, ein Werk über die Spaziergangswissenschaft.

In den nächsten 13 Tagen soll auf dieser Seite nun begleitend von den täglichen Geschehnissen, Vorträgen, Wissenszuwächsen und auch Diskussionen für alle Interessierten, Daheimgebliebenen, Nachahmer und natürlich auch als eine Erinnerung für die derzeitigen 18 Teilnehmer berichtet werden.

Dr. Joachim Borner, Leiter der Sommeruniversität, begrüsste pünktlich um 09.30 Uhr die Teilnehmer im Werkraum des Kolping Hotels in Salem, einem kleinen idyllischen Ort in Mecklenburg. Weitere Geleitworte gab den Anwesenden Herr Olaf Fiesel von der Staatskanzlei der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern und Herrn Dr. Thorsten Permien, Vertreter des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommerns. Letzterer machte er auf die lange Tradition Nachhaltiger Entwicklung in seinem Bundesland aufmerksam. Zu einem Pionier der Nachhaltigkeit zählte er den im 19. Jahrhunderten in Vorpommern wirkenden Johann Heinrich von Thünen, eine Person die sich schon frühzeitig mit regionalen Wirtschaftskreisläufen beschäftigte und deren weiterer Untersuchungen lohnenswert erscheint. Eine ebenso interessante Notiz wäre die Waldaktie, eine CO2-Kompensationsmöglichkeit für Touristen in der Region für einen klimafreundlichen Urlaub. Ein nachträglich durchgeführtes Interview mit Herrn Dr. Permien, in dem er über den Stand und den Stellenwert nachhaltiger Entwicklung in der Politik Mecklenburg-Vorpommerns Auskunft gibt kann hier in Kürze nachgehört werden.

In einem anschliessenden Vortrag gab die Künstlerin Frau Birgit Wette zunächst theoretisch darüber Auskunft wie Kunst zur Thematisierung von Energiewandel genutzt werden kann. An Hand ihrer Energiebilder verdeutlichte sie, dass sich ungegenständliche Kunst ständig mit Energie auseinander setzt – Formen, aber vor allem Farben, können sehr eindringlich Energien visualisieren und möglicherweise sogar körperlich erfahrbar machen. In ihren Bildern experimentiert sie mit den Energien der Farben indem sie diese kontrastiert, aber auch nach harmonischen Klängen forscht. Dies erklärte sie sehr anschaulich an ihren Werken, die im Werkraum als auch in Teilen des Gebäudes ausgestellt waren und bis zum Ende der Sommeruniversität auf die Teilnehmer wirkten sollen. In einem von ihre geleiteten Workshop mit Pinsel und Acryl wurde den Teilnehmern am Nachmittag im Selbstversuch verdeutlicht, welche Kräfte und Emotionen in den Farben stecken. Im reflektierenden Abschlussgespräch zeigte sich, dass sich durch eine solche Übung eine Sensibilisierung im Umgang mit Bildern erreichen lässt. Es galt in Farbe hinein zu spüren, seine Aufmerksam dem Bild zu widmen, zu schauen welche Reaktion Farbe auslöst.

Noch vor dem Mittag wurde dann näher von Dr. Borner über das Konzept der Sommeruniversität Auskunft gegeben. Er reflektierte über das Wesen von Kommunikation und wie es plötzlich möglich wurde, dass Massenmedien wie die Bild-Zeitung vom Klimawandel vor einigen Jahren berichteten. Vor allem das Wort Übersetzer blieb hängen. Kommunikation in der heutigen, ach so ausdifferenzierten Zeit der Wissenschaft bedeutet Übersetzungsleistung – gelungen ist dies AL Gore aber auch Nicholas Stern. Jeder Disziplin spricht heute eine andere Sprache und keine versteht die andere. Der Bürger kann mit den Reden des Wissenschaftlers nichts anfangen, der immer wieder auf die Brisanz der Lage durch Statistiken und Tabellen hinweist. Es bedarf einer gekonnten Transmission, die sich auf die Sprache des Empfängers einstellt und ihm in seinem Wortschatz und in anschaulichen Symbolen erklärt worum es geht. So weit es aber um zukünftige Szenarien zum Klimawandel oder auch einer nachhaltigen Kultur geht, so gibt es weder Symbole und noch Bilder dieser zukünftiger Lebensweisen. Hierdurch werden diese schwer vorstellbar und können auch keine Handlungsmotivation auslösen, da sie uns ungerührt lassen. Wir sind gefangen in den Bildern und Denkstrukturen der Massenmedien, haben verlernt uns zukünftige Szenarien zu visualisieren und den konkrete Auswirkungen unserer Handlungen (vor)-zu-stellen. Wir leben in einer Kultur des Jetzt und des aneinander Vorbeisprechens und -hörens. Was wir brauchen ist eine Ästhetik der Klimakultur. Zu oft wird von Veränderungen geredet, dem technisch Machbaren, allerdings immer unter der Prämisse des Festhaltens an alten Gewohnheiten und Lebensstilen. Die Anpassung an den Klimawandel und auch ein nachhaltiger Lebensstil bedarf jedoch weiterer Einschnitte in unsere Alltagskultur, deren Bilder gilt es zu kommunizieren. Denn wie Luhmann schon sagte: „Was nicht kommuniziert wird, existiert nicht.“ Es geht also darum, Bilder der Zukunft zu entwerfen und zu verbreiten, zum Erschrecken, Träumen, Motivieren und vor allem Handeln. Wir leben in einem neuen Medienzeitalter, jeder der eine Kamera und gewisse Grundkenntnisse besitzt kann den Massenmedien heute Konkurrenz machen – you tube macht’s möglich.

Zum Abschluss wurde ein Vortrag von Dr. M. Stock, Mitarbeiter des Potsdamer Institutes für Klimafolgenforschung, vorgespielt, den er auf einem Kongress für Bioenergiedörfer 2010 gehalten hatte. Im Anschluss daran entbrannte ein rege Diskussion über die Verantwortung von Wissenschaft, die angesichts des Klimawandels ihre oft zu technozentristische Weltsicht pflegt. Welche Implikationen muss ein wissenschaftlicher Vortrag haben? Ist Desert-Tec zu eurozentristisch gedacht? Befinden wir uns in eine Zeitalter des Neo-Kolonialismus?

Buchempfehlung des Tages: Meadows, Dennis & Donella: Die Grenzen des Wachstums – das 30-Jahre-Update: Signal zum Kurswechsel.